Wie bei
den meisten (heutigen) Besitzern alter LKW’s liegt auch bei mir das Übel
in der Kindheit: Schwer beeindruckt vom Aussehen und vor allem dem unheimlichen
Sound der luftgekühlten Deutz Motoren war ich schon als Achtjähriger.
Schließlich begegneten mir auf dem Schulweg fast täglich die
martialischen Faun L908-Tanker der Bundeswehr, die Kerosin vom Tanklager
quer durch die Innenstadt zum Militärflugplatz brachten.
Außerdem
war unsere Feuerwehr zu dieser Zeit fest in Magirus-Hand. Einer meiner
Schulfreunde war der Sohn des Feuerwehrkommandanten und deshalb war ich
recht häufig im Feuerwehrhaus und damit auch bei den Fahrzeugen. Es
war wohl prägend, immer wieder die Magirus-Flotte beim Ausrücken
zu sehen und vor allen Dingen zu hören.
Vor etwa 10 bis 12 Jahren fing ich an, mich mit alten Lastern zu befassen
und da gab’s natürlich zwei klare Favoriten: Rund- und Eckhaber
aus Ulm. Lange wurde der Wunsch nach einem eigenen Deutz (oder ähnlichem)
sorgsam hinter den bekannten Bedenken (wohin damit, viel zu teurer Unterhalt,
keine Ahnung von der Technik, keine eigene Werkstatt, „was machst’
denn überhaupt mit so was??“) versteckt. Schließlich war ich
Student, hatte andere Sorgen und eigentlich auch kein Geld dafür.
Als ich dann allerdings im Mai 1992 die ausgemusterte Feuerwehr bei einem
LKW-Händler in München-Neuperlach stehen sah, waren die meisten
Zweifel schlagartig über Bord geworfen. Der oder keiner - diesen Wagen
wollte ich haben, und nachdem der Händler einen fairen Preis machte,
das Hauptkriterium für meine Freundin („egal wie groß, Hauptsache
eine Haube...“) erfüllt war und sich auch relativ schnell eine Garage
fand, fuhr ich „meinen Deutz“ einige Tage später vom Hof.
Nun hatte ich nie vor, daraus ein Wohnmobil zu schneidern. Eigentlich hatte
ich gar nichts Konkretes damit vor, ich wollte den Wagen einfach nur haben,
um damit hin und wieder eine kleine Spritztour zu machen. Ansonsten soll
er so erhalten werden, wie er 1963 an die Bahnfeuerwehr geliefert wurde,
ohne Frage danach, ob das nun wirtschaftlich sinnvoll oder für Dritte
nachvollziehbar ist. Die meisten Leute verstehen es ohnehin nicht, weshalb
man sich so ein Gerät in die Scheune stellt, dafür Miete bezahlt
und jedes Jahr einige Urlaubstage damit verbringt, daran herumzuschrauben
und zu lackieren.
In den letzten Jahren habe ich also versucht, den Auslieferungszustand
vom November 1963 zumindest äußerlich wiederherzustellen. Dank
der hervorragenden Pflege der Vorbesitzer (Bahnausbesserungswerk München-Freimann
und Bahnbetriebswerk Augsburg 1) war der technische Zustand entsprechend
gut, lediglich der Lack war nach knapp 30 Jahren etwas ab. So wurden die
Dachaufbauten inklusive der Holztritte, die lädierte Front und der
komplette Geräteaufbau neu lackiert und die Kotflügel erhielten
Ihre alte Farbe wieder. Die grausamen Blinker konnte ich nach langem Suchen
durch die originalen Pendelwinker (gab’s auf der Oldtimer-Teilemesse MOTORAMA
in Ulm, ist immer Anfang Mai und auch für LKW-Besitzer zu empfehlen!!)
ersetzen, ebenso den Plastiktacho gegen den originalen Kienzle TCO 11.
Derzeit gehen die heckseitige Schlauchhaspel und die Schiebeleiter (gehört
rechts aufs Dach) ihrer Vollendung entgegen, außerdem werden noch
die Riesenspiegel gegen kleine Rundspiegel mit den passenden Haltern ausgetauscht.
Wie es dann weitergeht, wird sich zeigen. Vermutlich wird die Kreiselpumpe,
die ja nun seit 8 Jahren nicht mehr gelaufen ist nicht mehr sehr gut funktionieren
und bedarf einer Überholung. Nachdem ich jetzt auch Schläuche
und einige Verteiler habe, werde ich das Teil mal testen....
Außerdem quält mich in letzter Zeit verstärkt der Gedanke,
auch noch einen Rundhauber haben zu müssen, bevor es gar keine mehr
gibt. Auch hier entwickelt sich alles in Richtung eines Feuerwehrautos,
weil „normale“ Rundhauber-LKW, speziell in der Allrad-Ausführung kaum
mehr zu finden sind. Mit einem TLF z.B. ergäbe sich ja schließlich
auch ein schönes Pärchen...
An dieser Stelle auch einmal special thanks an alle, die mich bisher bei
der Sache unterstützt haben, insbesondere an Hubert, ohne dessen Hilfe
der Wagen heute sicher um einige „Lacknasen“ reicher wäre.
Fahrzeugdaten Magirus-Deutz LF 16
Hersteller
und Typ: Magirus-Deutz F Mercur 150 A Baujahr 1963
Motor
luftgekühlter V6 Deutz Dieselmotor Typ F 6 L 714
Leistung 150 PS
Hubraum 9500 cm³
Antrieb
Allrad / Differentialsperre
Bremse
druckluftunterstützte hydraulische Bremse
Maße
und Gewichte Länge 8,35 m
Breite 2,27 m
Höhe 2,75 m
Radstand 4,20 m
zul. Gesamtgewicht 10400 kg
Leergewicht 6850 kg
Achslast vorne 3600 kg
Achslast hinten 7000 kg
Aufbau
/ Beladung LF 16 TP
geschlossener Kasten / Mannschaftskabine mit 9 Sitzplätzen
Vorbauseilwinde 5 to
Im Heck eingebaute Feuerlöschpumpe FP 16/8
Pulverlöschanlage PLA 250
Wassertank 800 Liter
Anhängerkupplung Typ U 2 u
Fahrzeuggeschichte
18.11.1963 Erstzulassung
1963
- 1984 Einsatz als LF 16 beim Bahnausbesserungswerk in München-Freimann
1984
- 1992 beim Bahnbetriebswerk Augsburg 1
Seit
1992 in Privatbesitz
klaus@maggie-deutz.com
Nach deutschem
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die originalen Deutz-Unterlagen sind mir von Deutz zur Veröffentlichung
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